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Von: Jens Busen am 24. Februar 2021 In: Projektmanagement, SAFe Comments: 0

In dem Wust der ganzen agilen Methoden fällt es oft schwer, sich zurechtzufinden. Im Moment fallen viele Organisationen auf, die schrittweise das Scaled Agile Framework (SAFe) als Organisationsform einführen. Dabei kann es geschehen, dass das nächste geplante Projekt und Programm nach der SAFe-Vorgehensweise organisiert werden soll. Denn SAFe ist tatsächlich sehr gut dazu geeignet, auch Projekte, die für ein einzelnes agiles Team zu groß wären, nach agilen Prinzipien durchzuführen. SAFe verfolgt hier den Ansatz der Kombination von Teams in Agile Release Trains (ARTs). In diesen ARTs sind eine gewisse Anzahl von Teams gemeinsam organisiert, welche an einem gemeinsamen Ziel, etwa einem Software-Produkt, arbeiten. Denn nicht immer ist ein kleines Team notwendig, um agil arbeiten zu können.

Wo jedoch SAFe benutzt wird, ist Scrum meist nicht weit entfernt. Während SAFe ein gutes Framework gibt, damit mehrere kleine agile Teams miteinander zusammen an einem großen Ziel arbeiten können, macht es für die eigentliche Vorgehensweise des agilen Teams keine großen Vorgaben. Klar gibt es Regeltermine, die alle paar Wochen anfallen. Doch frei nach den agilen Prinzipen, wird hier die Selbstorganisation großgeschrieben und es den Teams in weiten Teilen frei gelassen, welche Vorgehensweise für die Abarbeitung der Arbeitspakete gewählt wird.
Und genau hier sind wir beim „Problem“ der ganzen Sache. Denn wo keine genauen Vorgaben gemacht werden, greift meistens ein Automatismus. In diesem Fall: „Scrum funktioniert doch auch super in anderen Teams, wir machen das jetzt auch so“. Dies wird oft missverstanden als „Scrum ist von SAFe vorgegeben“ – das ist es aber nämlich ganz und gar nicht.

Scrum heißt Mut zum Fehler zu haben

Letztendlich ist es in der Verantwortung des Teams, den versprochenen Wert („Value“) zu liefern. Wie sie es machen, kann dem Rest der Organisation, salopp gesagt, ziemlich egal sein.
Selbstverständlich sind etablierte Methoden aus guten Gründen verbreitet. Sie erfüllen einen spezifischen Zweck und sind (meistens) einfach einzuführen: Gerade agile Methoden sind leichtgewichtig und schnell verständlich. Und genau hier sollte auch das Agile Team in SAFe sich selbst zutrauen, Methoden auszuprobieren, anzupassen und – wenn es nicht funktioniert – wegzuwerfen .

Diesen Mut als Team aufzubringen ist definitiv nicht leicht und trifft vielleicht sogar in der Organisation auf Widerstand, weil der Gedanke „wir haben es doch jetzt eingeführt, es sollte doch jetzt alles reibungslos laufen“ hartnäckig in den Köpfen der Menschen bestehen bleibt. 
Denn gerade, wenn agile Methoden neu für das Team sind, wird die Produktivität am Anfang eher zurückgehen. Erst mit dem im agilen Vorgehen verankerten Ansatz der kontinuierlichen Verbesserung wird zunächst das Team selbst und über einen längeren Zeitraum sukzessive die Organisation (ob nach SAFe organisiert oder nicht) agiler und performanter.

Zusammengefasst appellieren wir an die Selbstorganisation und die kontinuierliche Verbesserung der agilen Teams. Gerade in einem Umfeld wie SAFe gilt es, für die tägliche Arbeit des Teams eine passende Vorgehensweise zu finden. Denn die perfekte „One-size-fits-all“ Methode müsste erst noch erfunden werden.

Wir unterstützen Sie mit unserer SAFe-Erfahrung in ihrer Organisation agile Methoden einzuführen und zu verbessern – gerne auch mit Scrum.

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