18Aug
Von: Jörg Lucas am 18. August 2020 In: Projektmanagement Comments: 0

Anton-Gernot Idstein-Ladebauer, Scrum Master in einem Startup, das fluoreszierende Kleidung entwickelt, ist auf dem Weg zur Arbeit.

Anton-Gernot und sein agiles Team bei ARMLEUCHTER beginnen den Tag immer mit Ihrem agilen Ritual, dem „Daily Stand-Up Meeting“.

Pünktlich um 8.00 trifft sich das Team mit Anton-Gernot. Genau genommen fängt das Meeting immer um 8.00 an, egal wer da ist. Er betritt den Stand-Up-Raum, der für diesen Zweck extra präpariert ist. Es gibt keine Stühle, dafür gibt es einen großen Monitor an der Wand, auf dem schon das Board seines Teams gezeigt wird. Außerdem gibt es noch ein Whiteboard. Mehr nicht.

Heute ist aber etwas anders. Ein einsamer Bürostuhl steht im Raum. Anton-Gernot ist verwundert, denkt sich aber zunächst nichts. Nach und nach trudeln die Team-Mitglieder ein. 7.59 Uhr: Bis auf Leander Morgengruß, in erster Linie zuständig für Test und Sicherheit, sind alle da. Der Stuhl ist immer noch da, aber niemand setzt sich. Anton-Gernot will gerade das Meeting starten, als Leander in den Raum gehumpelt kommt. „Ey Dschie“, so nennt Leander seinen Scrum Master, „geht ein Stand-Up Meeting eigentlich auch im Sitzen?“. Anton-Gernot zögert mit der Antwort und fragt stattdessen: „Wie ist das denn passiert?“. Leander berichtet, dass er sich am Vorabend beim Unterwasser-Yoga das Knie verdreht hätte und nun schlecht stehen könne. Anton-Gernot ist ratlos. „Äh…“

Was soll das? Eine Besprechung im Stehen und dann nur 15 Minuten?

Immer noch herrscht verbreitet die Meinung, dass Agilität Chaos und Regellosigkeit bedeutet. Das Stand-Up-Meeting ist der beste Beweis, dass das nicht so ist und ein gutes Beispiel für den agilen Gedanken. Jeden Tag, am besten immer zur selben Zeit und am selben Ort treffen sich alle Mitglieder des Scrum Teams für eine kurze Abstimmung. Diese wird durch den Scrum Master organisiert und auch moderiert. Jedes Team-Mitglied berichtet drei Dinge:

  1. Was habe ich seit dem letzten Stand-Up erledigt?
  2. Was habe ich heute vor?
  3. Wo habe ich Hindernisse oder Probleme, die mich an 2) hindern könnten?

Ein Scrum Team sollte nicht größer als zehn Personen sein, also hat jeder nur wenige Minuten Zeit und sollte sich genau auf diese 3 Fragen beschränken. Der Fokus liegt dabei auf den Fragen 2) – und wenn es etwas zu berichten gibt – auf 3). Was gesagt wird soll für alle Team-Mitglieder interessant sein. Es soll sich dabei nicht wie ein Bericht an den Scrum Master richten. Unter Umständen können so kleinere Hindernisse oder Probleme auch direkt aus dem Weg geräumt werden. Für Themen, die nicht sofort im Stand-Up gelöst werden können, wird ein separates Gespräch vereinbart. Es hat sich daher bewährt, direkt nach dem Stand-Up etwas freie Zeit einzuplanen, um Themen, die vertieft besprochen werden müssen direkt aufzugreifen.

Der Scrum Master achtet dabei darauf, dass die Zeiten und Regeln streng eingehalten werden. Aber auch jedes andere Mitglied kann darauf hinweisen. Und – natürlich kann man so ein Meeting auch im Sitzen abhalten. Das Stehen führt jedoch dazu, dass die Teilnehmer besser konzentriert sind und motivierter sind, die kurzen Redezeiten einzuhalten.

Ebenfalls bewährt hat sich, das Scrum oder Kanban Board beim Stand-Up im Blick zu haben. Hier werden alle Aufgaben abgebildet die noch nicht begonnen, in Arbeit oder bereits fertig sind. Die drei Fragen des Stand-Ups sollten immer einen Bezug zum Board des Teams haben.

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Nachdem Anton-Gernot sein kleines Kompendium für den engagierten Scrum Master konsultiert hat kann das Daily Stand-Up Meeting bei ARMLEUCHTER starten. Leander darf sitzen, muss aber dafür seine YODA Tasse die ganze Zeit in nur einer Hand halten. Nach dem Meeting setzt Leander seine Arbeit an der Entwicklung einer Software zur Auswertung der Feuchtesensoren in den neuen ARMLEUCHTER Regenjacken fort.

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