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Von: Holger Jacobs am 21. Juli 2019 In: Industrie 4.0, IT Consulting, NOVEDAS Comments: 0

„Die künstlichen Intelligenzen: sie werden uns fressen. Zuerst aber werden sie unsere Arbeit fressen. Oder auch nicht. Und wenn sie wirklich so schlau sind, wie man behauptet, werden sie es sogar ganz bestimmt nicht tun“.

Aleksandra Sowa

Stellen Sie sich vor, es gäbe ein intelligentes Computersystem, das Krebsdiagnosen stellen kann – wie der weltbeste Facharzt. Das tausende Gerichtsurteile nach Argumenten durchforstet – wie eine herausragende Anwältin. Eines, das Serverprobleme behebt – wie eine Systemadministratorin. Oder eines, das Industrieanlagen energieoptimiert – wie ein Ingenieur.

Es steht fest: Die künstlichen Intelligenzen (kurz: KI) werden unsere Lebensweise, vor allem unsere Arbeit, verändern. Ob diese Berufsbilder ganz wegfallen oder durch neue ersetzt werden, ist in Wissenschaft und Politik noch nicht abschließend geklärt. Was geklärt ist: Etwas wird sich ändern durch die rasante Entwicklung intelligenter Maschinen; dass Maschinen Aufgaben übernehmen, die bisher den Menschen vorbehalten waren, ist keine Science-Fiction mehr, sondern Realität.

Möglichkeiten und Grenzen von Künstlicher Intelligenz

Einen wirklichen Lernprozess bildete das Verfahren zur Schulung von künstlicher Intelligenz nicht ab, eher die aufwendige Nachahmung menschlicher Intelligenz durch Programmierung. Leisten diese KI-Systeme also eher Assistenz bei Standardfragen, anstatt kognitive Leistungen zu vollbringen, oder können sie tatsächlich mehr?

Hier ein paar Beispiele:

Eine spezifische KI-Tätigkeit ist etwa das Anfertigen von Prognosen und möglichen Verläufen auf Basis strukturierter Daten. Ein Beispiel aus der Medizin: Leidet ein Patient nach einer Infektion erst an langsam fallendem, dann plötzlich schnell steigendem Fieber, kann sich eine Künstliche Intelligenz unter Berücksichtigung weiterer Faktoren dazu entscheiden, umgehend Alarm zu schlagen – noch vor der nächsten regulären, menschlichen Kontrolle – und so wertvolle Stunden sparen.

Künstliche Intelligenz ist bereits in der Lage, Probleme zu lösen. In erster Linie werden hier Probleme eines speziellen Problembereiches in Form von Graphen formalisiert und eine automatisierte Lösung gefunden, die möglichst alle gewünschten Bedingungen erfüllt. Dies wird ermöglicht, indem einem Programm bestimmte Axiome und Ableitungsregeln vorgegeben werden, damit dieses Programm anschließend neue Schlüsse zieht, bis ein neues System geschaffen und eine Lösung anhand verschiedener Suchalgorithmen gefunden wird.

Reinforcement Learning (RL) ist ein weiteres Teilgebiet von künstlicher Intelligenz. Beim RL lernen Computer ähnlich wie Kinder durch positive und negative Verstärkung. Das heißt, sie bekommen eine Belohnung, wenn sie etwas Gewünschtes tun und können bestraft werden, wenn sie etwas Falsches tun.

Der Computer probiert also zunächst zufällig verschiedene Handlungen aus, bis er eine Belohnung bekommt. Der Zustand wird dabei gemerkt, um auch komplexe und weitreichende Aktion-Reaktion-Systeme lernen zu können. Ein Computer, der zum Beispiel lernt, Super Mario zu spielen, lernt im Prinzip durch Ausprobieren über viele Runden, welche Handlungen ihn gewinnen lassen.

Können wir in naher Zukunft auch von Computern beraten werden?

Um eine echte Unternehmensberatung ersetzen zu können, müssen Computer aus unserer Sicht folgende Kompetenzen aufweisen:

  • Die KI muss Sie und Ihr Anliegen verstehen.
  • Die KI muss Ihnen mit Achtung und Wertschätzung begegnen.
  • Sie bekommen von der KI neue Ideen und Handlungsalternativen und Antworten auf Ihre Fragen.
  • Sie können aktiv und gleichberechtigt am Beratungsprozess teilnehmen, die KI begegnet Ihnen auf Augenhöhe.
  • Die KI überzeugt durch persönliche und fachliche professionelle Kompetenz.
  • Der Beratungsprozess ist durch ein partnerschaftliches Miteinander zwischen Klient und KI geprägt (Kooperation).
  • Die Beratung der KI basiert auf Vertraulichkeit und unterliegt der Schweigepflicht.
  • Der Beratungsprozess der KI wird transparent und klar gestaltet.
  • Die Arbeitsweise der KI basiert auf theoretisch und methodisch anerkannten Ansätzen.
  • Die KI bildet sich regelmäßig fort.

Trotz aller Spekulationen und Unsicherheiten gibt es unter den meisten Forschern und Wissenschaftlern bereits eine grundlegende Einigkeit dahingehend, dass eine starke Künstliche Intelligenz Eigenschaften aufweisen muss, die aus unserer Sicht ebenfalls in einer guten Unternehmensberatung vorhanden sind:

  • logisches Denkvermögen
  • Entscheidungsfähigkeit auch bei Unsicherheit
  • Planungs- und Lernfähigkeit
  • Fähigkeit zur Kommunikation in natürlicher Sprache
  • Kombinieren aller Fähigkeiten zur Erreichung eines übergeordneten Ziels

Vielleicht zwingt uns der neue Wettbewerb mit Künstlicher Intelligenz auch dazu, uns mehr und mehr auf jene Fähigkeiten zu besinnen, die uns Menschen einzigartig machen und damit am schwierigsten zu automatisieren sind.

Künstliche Intelligenz interessiert sich nicht für Menschen. Die NOVEDAS Consulting schon.

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