Von: Kai Hunold am 14. Mai 2015 In: Erfolgsfaktoren Comments: 0

Seit einigen Jahren ist der Begriff Industrie 4.0 im Umlauf.

Nun hält diese industrielle Revolution allmählich Einzug in die IKT-Welt. Durch die Handelskammern initiierte „Dialogplattformen“ werden ins Leben gerufen. Hochschulen befassen sich wissenschaftlich mit dem Mega-Thema. Die Bundesregierung erhebt dieses Thema zur „Chefsache“. Doch was ist das eigentlich, diese Revolution Industrie 4.0? Was geht damit einher? Welchen Einfluss wird diese Veränderung auf die IT-Organisation, auf das IT-Management, auf die Produktionsseite haben? Wird es überhaupt Einflüsse geben? Vorweg: es wird!

Ein kurzer historischer Abriss der revolutionären Vorgänger:

  • Industrie 1.0 war der erste mechanische Webstuhl im Jahr 1784;
  • Industrie 2.0 war die Einführung des Fließbandes in den Schlachthöfen von Cincinnati rund 100 Jahre später im Jahr 1870;
  • Industrie 3.0 war die erste Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) einer Modicon 084 wieder rund 100 Jahre später im Jahr 1969;
  • Industrie 4.0 ist die derzeitige und den kommenden Jahren fortschreitende Einführung von Cyber-Physischen Systemen.

Industrie 4.0 - Die Entwicklung der Industrie und der industriellen Revolution bis hin zur IT

Grafi: nach DFKI, Prof. Wahlster

Unter einem Cyber-Physischen System in der Produktion sind „intelligente Maschinen, Lagersysteme und Betriebsmittel, die eigenständig Informationen austauschen, Aktionen auslösen und sich gegenseitig selbständig steuern“ (Umsetzungsempfehlung für das Zukunftsprojekt Industrie 4.0, Abschlussbericht des Arbeitskreises Industrie 4.0, April 2013) zu verstehen.

Im täglichen Leben könnte dieses System ein Wecker sein, der neben einer Lichtfunktion, gekoppelt mit einem lokalen Terminkalender, über eine durch Internetzugriff bezogenen Wettervorhersage sowie dem Verkehrsfunk verfügt. Zusätzlich verfügt dieser Wecker über Sensoren zur Erfassung Ihrer biometrischen Signale, um Sie nicht in einer Tiefschlafphase zu wecken. Sollten Sie über einen derartigen Wecker verfügen (s. Grafik), sind Sie bereits mitten drin, in der vierten industriellen Revolution.

Verbindung physikalischer und technischer Systeme

Nachdem wir nun einige notwendige Begriffe geklärt zu haben, zurück zu unseren Ausgangsfragen.

Durch die Einführung von Industrie 4.0 wird sich die IT-Infrastruktur, die IT-Abteilung, deren Organisation bis hin zur Rolle des CIO massiv verändern. Alles stets in Verbindung mit veränderten Produktionsentwicklungen, Produktionen und Produktionsprozessen in den Unternehmen.

Dieses Zusammenwachsen beider bisher oftmals immer noch strikt getrennt betrachteten Bereiche und Prozesse in einem Unternehmen wird durch die von der IT hervorgerufene Wertschöpfungssteigerung in Zukunft eins werden. Wir sprechen von einer Vernetzung, wie im Falle unseres vernetzten Weckers im Beispiel.

Die Unternehmens-IT wird einen anderen Stellenwert erlangen als bisher. Das bis dato ungeliebte Kind und oft auf wenige Elemente reduzierte System („…oh Mann, mein Outlook geht wieder nicht! …“) wird zukünftig wertschöpfend zum unternehmerischen Erfolg des Unternehmens beitragen. Der CIO wird im positiven Sinne zu einem „Wertschöpfungskettenmanager“ (WKM), zu einem Chief Integration Officer mutieren.

Und nicht zuletzt die einzelnen Menschen in ihren beruflichen Rollen werden sich verändern. Die Auswirkungen auf die privaten Rollen jedes Einzelnen lassen wir hier bewusst außen vor.

Diese Vernetzung hat unserer Auffassung nach eine horizontale und eine vertikale Ebene.

In der horizontalen Vernetzungsebene wird es eine IT-Verbindung zwischen den eigenen Maschinen als auch zu den Maschinen und Anlagen in der Lieferkette, dementsprechend auch zu externen Systemen geben. Hierzu bedarf es zwingend der Entwicklung von übergreifenden einheitlichen internationalen (IT-) Standards.

Innerhalb der vertikalen Vernetzungsebene werden zukünftig kundenspezifische Produktionsaufträge in Echtzeit geprüft. Produktionsanlagen werden soweit kundenspezifisch parametrisiert, dass das Werkstück seine eigene Produktion wird steuern können. Dies erfordert zwangsläufig die Entwicklung neuer leistungsfähiger IT-Architekturen.

Durch diesen Austausch an IT-Informationen über den aktuellen Stand der Produktion auf übergeordneten (teilweise externe) Ebenen ist ein noch höheres Maß an IT-Sicherheit zu stellen.

Diese einzeln beschriebenen exemplarischen Veränderungen und Entwicklungen, welche die Einführung von Industrie 4.0 in den Unternehmen mit sich bringen werden, sind NOVEDAS aus einer Vielzahl von erfolgreich durchgeführten Veränderungsmanagement Projekten bekannt.

Das Verständnis des IT-Service Management als mathematische Gleichung:

IT Service Management = Menschen + Prozesse + Technologie.

prädestiniert NOVEDAS dafür, die Unternehmen beratend zu begleiten, die sich für den Schritt in diese revolutionäre Veränderung entschieden haben.

Eine darauf basierende und eigens auf die besonderen Anforderungen an die Einführung von Industrie 4.0 abgestimmte, entwickelte systemische Projekt-Vorgehensweise wartet darauf, Anwendung zu finden.

 

Eins sollten Sie auf jeden Fall nicht tun: sich keine Gedanken machen! Denn eines ist gewiss; Unternehmen, welche die Einführung von Industrie 4.0 und die damit einhergehenden Veränderungen in ihrer Unternehmens-IT mit einem „vielleicht“ oder „schaun mer mal“ abtun, werden auf der Strecke bleiben und nicht überleben. Wie das Revolutionen nun mal so an sich haben!

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